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Wissen & News

DCFTA abgeschlossen
04.07.2025 |
Lesezeit

EU und Ukraine schließen Modernisierung der Vertieften und Umfassenden Freihandelszone (DCFTA) ab

Am 1. Juli 2025 haben die Europäische Union und die Ukraine die Verhandlungen über die …
DCFTA

Am 1. Juli 2025 haben die Europäische Union und die Ukraine die Verhandlungen über die Modernisierung ihrer Vertieften und Umfassenden Freihandelszone Deep and Comprehensive Free Trade Area (DCFTA) erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Abschluss der Verhandlungen setzt die EU ein wichtiges Zeichen für die wirtschaftliche Integration der Ukraine und die Vertiefung der bilateralen Handelsbeziehungen.

Das modernisierte Abkommen schafft neue Rahmenbedingungen für den Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen der EU und der Ukraine. Die aktualisierten Vereinbarungen zielen darauf ab, die bisherigen Handelsstrukturen an aktuelle wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen anzupassen und den Zugang zum europäischen Binnenmarkt für die Ukraine schrittweise weiter zu öffnen.


Relevanz für den Zoll- und Außenwirtschaftsbereich

Für Zollverantwortliche, Export- und Importabteilungen sowie alle Akteure im grenzüberschreitenden Warenverkehr ergeben sich durch die Neufassung des Abkommens zahlreiche praxisrelevante Änderungen:

  • Anpassung der Zollpräferenzen

    Das modernisierte DCFTA sieht weiterhin eine weitgehende Zollfreiheit für zahlreiche Waren vor. Gleichzeitig wurden für besonders sensible Agrarprodukte wie Getreide, Zucker, Honig, Geflügel oder Eier neue Kontingentregelungen und Schutzmechanismen vereinbart. Damit sollen Wettbewerbsverzerrungen vermieden und faire Marktbedingungen sichergestellt werden.

  • Weiterentwicklung technischer Vorschriften und Standards

    Ein wesentlicher Bestandteil der Modernisierung ist die schrittweise Anpassung der ukrainischen Vorschriften an die technischen Anforderungen und Standards der EU. Diese Harmonisierung betrifft insbesondere die Lebensmittelsicherheit, Umweltstandards, Pflanzenschutz- und Tierwohlvorgaben sowie den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und Chemikalien.

  • Schutzmechanismen für den Fall von Marktstörungen

    Neu eingeführt wurden Schutzklauseln, die beiden Seiten ermöglichen, im Falle schwerwiegender Marktstörungen schnell zu reagieren und temporäre Handelsbeschränkungen einzuführen.

  • Beitrag zur langfristigen wirtschaftlichen Stabilisierung

    Das modernisierte Abkommen bietet einen stabilen Rahmen für die wirtschaftliche Erholung und Weiterentwicklung der Ukraine und sichert die Fortsetzung des Handels unter verlässlichen rechtlichen Bedingungen – auch vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage.

  • Bedeutung im Kontext des EU-Beitrittsprozesses der Ukraine

    Die Modernisierung des DCFTA ist eng mit dem EU-Beitrittsprozess der Ukraine verknüpft. Mit der schrittweisen Angleichung an den EU-Binnenmarkt und die Übernahme des EU-Rechtsrahmens in zentralen Handelsbereichen werden wichtige Voraussetzungen für eine vertiefte wirtschaftliche Integration geschaffen.


Auswirkungen auf Unternehmen

Unternehmen, die im Handel mit der Ukraine tätig sind, sollten ihre bestehenden Präferenznachweise, Zolltarifierungen sowie Ursprungsprüfungen überprüfen. Insbesondere im Bereich der Agrar- und Lebensmittelimporte sowie technischer Produkte können sich durch die neuen Regelungen Änderungen bei Genehmigungs-, Nachweis- und Prüfpflichten ergeben.

Zollverantwortliche sind gefordert, die Anpassungen im Präferenzrecht, Ursprungsrecht und bei den handelspolitischen Maßnahmen frühzeitig in ihre Prozesse zu integrieren. Eine regelmäßige Überprüfung der aktuellen Rechtslage sowie der relevanten Kontingente und Schutzklauseln ist ratsam, um Risiken im Warenverkehr zu minimieren und Chancen zu nutzen.


Fazit und Ausblick

Mit dem Abschluss der Modernisierungsverhandlungen haben die EU und die Ukraine einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung einer vertieften wirtschaftlichen Partnerschaft vollzogen. Die Neufassung des DCFTA bietet für Unternehmen in der EU und der Ukraine erweiterte Marktzugangsmöglichkeiten, schafft aber zugleich neue Herausforderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht.

Der nächste Schritt besteht in der förmlichen Annahme und Ratifizierung des Abkommens durch die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament. Nach Inkrafttreten wird die praktische Umsetzung der neuen Vorschriften in den Fokus rücken.

Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Auswirkungen auf ihre Außenhandelsprozesse auseinandersetzen und gegebenenfalls ihre Compliance- und Zollmanagementsysteme anpassen.


Sie benötigen Unterstützung bei der Ermittlung Ihres Präferenziellen Ursprungs oder eine Beratung zum Thema Warenursprung und Präferenzen?

Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Autor: Dominik Wiedmann - Senior Consultant Training & Beratung

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News & Trends

Neue BMF Vorgaben
04.07.2025 |
Lesezeit

Neue BMF-Vorgaben zur Prüfung ausländischer Umsatzsteuer-Identifikationsnummern ab 20. Juli 2025: Auswirkungen für Zoll- und Außenhandelsverantwortliche

Am 6. Juni 2025 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein Schreiben veröffentlicht, das die …
Neue BMF Vorgaben

Am 6. Juni 2025 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein Schreiben veröffentlicht, das die Anforderungen an die qualifizierte Prüfung ausländischer Umsatzsteuer-Identifikationsnummern (USt-IdNrn.) neu regelt. Diese Vorgaben betreffen insbesondere Unternehmen des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, die innergemeinschaftliche Lieferungen steuerfrei abwickeln möchten. Für Zollverantwortliche, Zollbeauftragte sowie alle Personen, die in Unternehmen mit Zoll- und Außenhandelsprozessen betraut sind, ergibt sich daraus ein unmittelbarer Handlungsbedarf.


Hintergrund: Bedeutung der USt-IdNr.-Prüfung im innergemeinschaftlichen Handel

Die Prüfung der ausländischen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist ein zentrales Element, um die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit innergemeinschaftlicher Lieferungen nach § 4 Nr. 1b UStG i. V. m. § 6a UStG zu erfüllen. Eine ordnungsgemäß geprüfte USt-IdNr. ist dabei nicht nur formales Erfordernis, sondern trägt maßgeblich zur Reduzierung von Haftungs- und Steuerrisiken bei.

Bisher konnten Unternehmen die qualifizierte Abfrage der USt-IdNr. über verschiedene Wege beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) durchführen, darunter auch per Fax oder auf anderen Kommunikationskanälen. Dies ändert sich nun grundlegend.


Die neuen Vorgaben im Überblick

  • Verpflichtende Nutzung des elektronischen Verfahrens:
    Ab dem 20. Juli 2025 ist ausschließlich das elektronische Verfahren des BZSt zur qualifizierten Abfrage zulässig. Die Nutzung alternativer Kommunikationswege ist nicht mehr zulässig. Unternehmen sind verpflichtet, die Prüfung über das BZSt-Portal oder über dessen Schnittstellen (z. B. per API) durchzuführen.
  • Erweiterter Anwenderkreis:
    Nicht nur der unmittelbar leistende Unternehmer kann die Prüfung der USt-IdNr. vornehmen. Die qualifizierte Abfrage darf künftig von jedem Unternehmen mit deutscher USt-IdNr. durchgeführt werden. Dies ermöglicht auch zentralisierten Einkaufsorganisationen, Steuerabteilungen oder externen Dienstleistern die Durchführung der Prüfung im Auftrag.
  • Automatisierte Massenprüfungen möglich:
    Zur effizienten Abwicklung insbesondere bei hohem Prüfvolumen besteht die Möglichkeit, Massenabfragen im Rahmen einer Schnittstellenintegration (API) oder über den Upload von Datensätzen (z. B. CSV-Dateien) durchzuführen. Unternehmen sollten prüfen, ob ihre Systeme bereits technisch auf eine solche automatisierte Prüfung vorbereitet sind.
  • Erhöhte Anforderungen an Nachweis und Dokumentation:
    Der Nachweis einer ordnungsgemäßen Prüfung muss revisionssicher und nachvollziehbar archiviert werden. Die Speicherung der Prüfprotokolle ist essenziell, um bei Betriebsprüfungen einen ordnungsgemäßen Prüfungsnachweis vorlegen zu können.

Auswirkungen auf Zoll- und Außenhandelsprozesse

Auch wenn es sich formal um eine umsatzsteuerliche Regelung handelt, sind die Auswirkungen für den Zollbereich erheblich. Die korrekte umsatzsteuerliche Behandlung innergemeinschaftlicher Lieferungen ist häufig Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Ausfuhrdokumentation und die Beantragung von Zollbegünstigungen. Fehlerhafte oder unterlassene Prüfungen der USt-IdNr. können steuerliche Nachforderungen, Sanktionen und im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Zollverantwortliche, Compliance-Beauftragte und Außenhandelsverantwortliche müssen sicherstellen, dass ihre internen Kontrollsysteme (IKS) die neuen Vorgaben abbilden. Die Prüfung der USt-IdNr. sollte als fester Bestandteil des Lieferantenstammdatenmanagements und der Auftragsabwicklung verankert werden.


Technische und organisatorische Handlungsempfehlungen

Unternehmen sollten zeitnah folgende Maßnahmen einleiten:

  • Überprüfung der bestehenden Prozesse zur USt-IdNr.-Prüfung
  • Integration der qualifizierten Abfrage in bestehende ERP- oder Buchhaltungssysteme
  • Nutzung der BZSt-Schnittstellen (API) für eine automatisierte und effiziente Prüfung
  • Aufbau einer revisionssicheren Archivierung der Prüfergebnisse
  • Anpassung interner Richtlinien und Arbeitsanweisungen
  • Schulung der betroffenen Mitarbeiter in Steuer-, Zoll- und Außenhandelsabteilungen

Fazit und Ausblick

Die neuen BMF-Vorgaben schaffen klare rechtliche und technische Rahmenbedingungen für die qualifizierte Prüfung ausländischer USt-IdNrn. Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind, müssen ihre Prozesse anpassen, um die Anforderungen rechtzeitig bis zum 20. Juli 2025 zu erfüllen. Eine unterlassene oder fehlerhafte Prüfung kann erhebliche steuerliche und zollrechtliche Risiken nach sich ziehen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, bestehende Systeme zu analysieren, technische Schnittstellen einzurichten und interne Prozesse neu auszurichten. Wer frühzeitig handelt, reduziert das Risiko von Compliance-Verstößen und sichert die steuerliche Begünstigung für innergemeinschaftliche Lieferungen nachhaltig ab.


Sie benötigen Unterstützung bei der korrekten Durchführung Ihrer Innergemeinschaftlichen Lieferungen oder haben Fragen zu den Nachweispflichten bei Innergemeinschaftlichen Lieferungen?

Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Autor: Dominik Wiedmann - Senior Consultant Training & Beratung

Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses; Abschnitt 18e.1 UStAE - Bestätigung einer ausländischen UmsatzsteuerIdentifikationsnummer GZ: III C 5 - S 7427-d/00014/001/002 DOK: COO.7005.100.2.11418369

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News & Trends

Neue Nachweispflichten bei Ausfuhrlieferungen
04.07.2025 |
Lesezeit

Neue Nachweispflichten bei Ausfuhrlieferungen: Umsatzsteuerrechtliche Neuregelung stärkt Flexibilität

Mit Wirkung zum 1. Juli 2025 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) im …
Neue Nachweispflichten bei Ausfuhrlieferungen

Mit Wirkung zum 1. Juli 2025 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) im Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) eine bedeutende Änderung vorgenommen. Durch die Neufassung des Abschnitts 6.6 UStAE wurde die Nachweispflicht bei Ausfuhrlieferungen grundlegend überarbeitet. Diese Anpassung geht zurück auf Rechtsprechungen des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und dient der praktikableren Umsetzung der Umsatzsteuerbefreiung bei Ausfuhrlieferungen.

Die Neuregelung hat weitreichende Auswirkungen für exportorientierte Unternehmen sowie alle, die in der zollrechtlichen und steuerlichen Abwicklung von Ausfuhrvorgängen tätig sind. Sie stellt einen wichtigen Schritt zur Anpassung der deutschen Umsatzsteuerpraxis an europarechtliche Vorgaben dar.


Gesetzlicher Rahmen: Umsatzsteuerbefreiung für Ausfuhrlieferungen

Gemäß §6 UStG sind Ausfuhrlieferungen in Drittstaaten grundsätzlich umsatzsteuerfrei, sofern der Unternehmer den Ausgang der Waren aus dem Zollgebiet der EU ordnungsgemäß nachweist. Bisher war der sogenannte Ausfuhrvermerk der Ausgangszollstelle der maßgebliche Beleg, um die Steuerfreiheit in Anspruch nehmen zu können.

Mit der Neuregelung entfällt die ausschließliche Bindung an diesen Nachweis. Stattdessen wird eine flexiblere, einzelfallbezogene Beurteilung der Nachweisführung ermöglicht.


Wichtige Neuerung: Gleichwertige Ersatznachweise zulässig

Künftig kann der Unternehmer die Ausfuhr auch dann belegen, wenn kein förmlicher Ausfuhrvermerk vorliegt vorausgesetzt, es wird mit objektiv belegbaren Mitteln der Export nachgewiesen.

Anerkannt werden unter anderem:

  • Bescheinigungen deutscher Behörden im Ausland (z. B. Konsulate, Botschaften).
  • Transportpapiere von Bundeswehr oder NATO-Streitkräften (Stationierungstruppen).
  • Verzollungsnachweise oder Einfuhrbelege aus dem Drittland.
  • Bestätigungen von Zollbehörden im Empfängerland.
  • Handelsübliche Fracht-, Speditions- und Logistikdokumente mit eindeutigem Drittlandsbezug.

Diese Öffnung ermöglicht eine praxisgerechtere Umsetzung insbesondere in Fällen, in denen der klassische Ausfuhrvermerk nicht oder nicht zeitnah vorliegt beispielsweise bei komplexen Lieferketten oder indirekten Ausfuhren.


Bedeutung für Zollverantwortliche und Exporteure

Für die Praxis bedeutet die Neuregelung eine erhöhte Verantwortung hinsichtlich der Dokumentations- und Sorgfaltspflichten. Die zuständigen Fachbereiche – insbesondere Zoll, Außenhandel, Buchhaltung und Steuer sollten ihre internen Abläufe prüfen und gegebenenfalls anpassen, um die neuen Anforderungen rechtskonform umzusetzen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Bewertung, ob die Nachweise zweifelsfrei und objektiv die Ausfuhr belegen. Die Anforderungen an die Belegqualität bleiben hoch. Fehlerhafte oder unzureichende Nachweise können zu Steuernachforderungen und Sanktionen führen.


Handlungsempfehlungen und Compliance-Absicherung

Zur Vermeidung von Risiken empfiehlt sich die frühzeitige Überarbeitung interner Kontrollsysteme (IKS) im Bereich Umsatzsteuer und Exportkontrolle. Schulungen des Fachpersonals, die Anpassung von Verfahrensanweisungen sowie eine strukturierte Dokumentation der Ersatznachweise tragen entscheidend zur Absicherung bei.
Zudem sollten Unternehmen eng mit ihren Spediteuren, Kunden im Drittland sowie internen oder externen Zoll- und Steuerexperten zusammenarbeiten, um die Nachweise systematisch und revisionssicher zu erfassen.


Fazit: Flexibilisierung mit Anforderungen – strategisch nutzen

Die Neuregelung des BMF bietet neue Gestaltungsmöglichkeiten bei Ausfuhrnachweisen, bringt jedoch auch neue Herausforderungen für die zoll- und steuerrechtliche Praxis. Wer frühzeitig reagiert und die neuen Nachweisoptionen gezielt in bestehende Prozesse integriert, kann von einer erhöhten Rechtssicherheit profitieren insbesondere in nicht standardisierten Exportfällen.


Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Zollverfahren & Abwicklung

hinweisblatt-zu-codierungen
04.07.2025 |
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Zoll aktualisiert: Hinweisblatt zu Codierungen im Bereich Verbote und Beschränkungen (VuB)

Mit der jüngsten Aktualisierung des Hinweisblattes zu den Codierungen für Unterlagen und …
Hinweisblatt zu Codierungen

Mit der jüngsten Aktualisierung des Hinweisblattes zu den Codierungen für Unterlagen und Erklärungen bei Verboten und Beschränkungen (VuB) setzt der deutsche Zoll einen weiteren wichtigen Schritt zur Standardisierung und Vereinfachung der zollrechtlichen Abwicklung im IT-Verfahren ATLAS um. Die Änderungen betreffen sowohl europäische (TARIC) als auch nationale Codierungen und sind insbesondere für Zollverantwortliche, Compliance-Beauftragte sowie Außenhandels- und Logistikexperten von hoher Relevanz.


Bedeutung der Codierungen für die Zollabwicklung

Die korrekte Codierung von Unterlagen und Erklärungen stellt einen zentralen Bestandteil der elektronischen Zollanmeldung dar. Sie dient als Nachweis dafür, dass für die jeweilige Ware alle relevanten Verbote und Beschränkungen eingehalten wurden. Neben gesetzlichen Vorschriften auf nationaler Ebene sind hier insbesondere EU-rechtliche Vorgaben zu berücksichtigen, die im TARIC (Integrierter Tarif der Europäischen Union) abgebildet werden.

Die Angaben zu den Codierungen in der Zollanmeldung sind rechtlich verbindlich und unterliegen der Verantwortung der anmeldenden Person bzw. des Unternehmens. Eine fehlerhafte oder fehlende Codierung kann nicht nur zu Verzögerungen in der Zollabwicklung führen, sondern auch zu zollrechtlichen Konsequenzen.


Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Überarbeitung und Strukturierung der Codierungen

Die Codierungen wurden inhaltlich und strukturell überarbeitet. Bereits im Juli 2022 wurde im Bereich der Ausfuhranmeldungen (ATLAS-Ausfuhr) eine neue Struktur eingeführt. Hierbei wurden die bislang genutzten Codelisten (I0136) durch die neu geschaffenen Bereiche „Sonstige Verweise“ (I0911/I0912) und „Unterlagen“ (I0921/I0922) ersetzt. Die bisherigen Listen sind seitdem nicht mehr gültig. Die nun vorliegende Aktualisierung führt diese Struktur konsistent weiter.


Präzisierung von EU-weiten und nationalen Codierungen

Das Hinweisblatt listet die aktuell gültigen Codierungen für zahlreiche Rechtsbereiche auf, darunter:

  • Artenschutz (CITES): Verwendung der Codierungen C400 und C401.
  • Abfallverbringung: Codierungen C669, C670, C672 sowie Y923 für die Erklärung „kein Abfall“.
  • REACH- und Chemikalienvorschriften: Codierungen wie Y915 (nicht gelistete Stoffe gemäß PIC-Verordnung) oder Y926 (Fluorierte Treibhausgase).
  • Lebensmittelrecht und Veterinärvorschriften: Codierungen wie C678, C937, Y978, N853.
  • Nationale Vorschriften: Ergänzungen zu spezifischen deutschen Regelungen, z. B. im Bereich Waffengesetz, Kulturgüter oder Fischereierzeugnisse.

Praxisnahe Erläuterungen und Anwendungsbeispiele

Neben den Codierungen enthält das Hinweisblatt zahlreiche Erläuterungen und Fallbeispiele aus der Praxis. Diese unterstützen bei der Auswahl der korrekten Codierungen und tragen so zur Rechtssicherheit im Anmeldeprozess bei.


Relevanz für Unternehmen im internationalen Handel

Die korrekte und aktuelle Anwendung der Codierungen ist für Unternehmen im internationalen Handel von hoher Bedeutung. Sie sichert nicht nur eine rechtskonforme Zollabwicklung, sondern reduziert auch das Risiko von Verzögerungen, Prüfungen oder Sanktionen. Besonders vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Anforderungen in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Verbraucherschutz ist die präzise Angabe von Unterlagen und Erklärungen im Zollverfahren unerlässlich.

Unternehmen sind daher gut beraten, ihre internen Zollprozesse regelmäßig zu überprüfen und sicherzustellen, dass alle eingesetzten Codierungen dem aktuellen Stand entsprechen. Dies betrifft nicht nur die operativen Zollabteilungen, sondern auch angrenzende Bereiche wie Einkauf, Vertrieb, Compliance und Logistik.


Handlungsempfehlung

Das aktualisierte Hinweisblatt steht auf der Website der deutschen Zollverwaltung im Bereich „ATLAS-Publikationen“ zum Download bereit. Unternehmen sollten die aktuelle Version zeitnah prüfen und ihre Zollprozesse sowie die eingesetzten IT-Systeme (z. B. ATLAS-Softwarelösungen) an die neuen Vorgaben anpassen.

Ein Abgleich der im Unternehmen verwendeten Codierungen mit dem Hinweisblatt sowie gegebenenfalls interne Schulungen tragen dazu bei, die Zollabwicklung effizient und rechtssicher zu gestalten.


Fazit

Mit der Überarbeitung des Hinweisblattes schafft der Zoll eine größere Transparenz und Praxistauglichkeit bei der Anwendung von Codierungen im Bereich Verbote und Beschränkungen. Unternehmen, die im Außenhandel tätig sind, profitieren von einer klar strukturierten Übersicht, praxisnahen Erläuterungen und einer erhöhten Rechtssicherheit. Die frühzeitige Anpassung der internen Abläufe ist entscheidend, um den Anforderungen des modernen Zollrechts gerecht zu werden.


Wer sich im komplexen Umfeld des Zoll- und Außenhandelsrechts sicher bewegen möchte, sollte regelmäßige Prozess- und Compliance-Prüfungen vornehmen. Externe Unterstützung durch Zollberatung oder spezialisierte Schulungen kann dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtskonform zu handeln.

Hinweisblatt zu den Codierungen

Sie benötigen Unterstützung bei der richtigen Angabe der Codierung in Ihren Zollanmeldungen oder Unterstützung bei der Suche nach den richtigen Codierungen für Ihre Importe und Exporte?

Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Autor: Dominik Wiedmann - Senior Consultant Training & Beratung

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News & Trends Zollverfahren & Abwicklung

Wechselkurse-Was Firmen wissen müssen
03.07.2025 |
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Wechselkurse in Zollanmeldungen: Was Unternehmen beachten müssen

Für Unternehmen, die regelmäßig Waren aus Drittländern importieren, ist die korrekte Anwendung von …
Wechselkurse - Was Firmen wissen müssen

Für Unternehmen, die regelmäßig Waren aus Drittländern importieren, ist die korrekte Anwendung von Wechselkursen bei der Zollanmeldung essenziell. Denn der Wechselkurs beeinflusst maßgeblich die Höhe des Zollwerts und damit auch die Zollabgaben und Einfuhrumsatzsteuer. In diesem Beitrag erläutern wir, welche Kurse anzuwenden sind, wer sie festlegt und worauf Unternehmen achten müssen.


Welcher Kurs gilt?

Für die Umrechnung ausländischer Währungen in Euro bei Zollanmeldungen ist ein behördlich festgelegter Wechselkurs zu verwenden. Dieser sogenannte Monatskurs wird jeweils zum Monatsende veröffentlicht und gilt ab dem ersten Tag des folgenden Monats verbindlich für alle Zollanmeldungen. Die Verwendung anderer Kurse, etwa von Banken, ist unzulässig. In Ausnahmefällen, etwa bei starken Kursschwankungen, können zusätzlich verpflichtende Zwischenkurse festgelegt werden.


Die Zollbehörden kennen drei verschiedene Arten von Wechselkursen.

  • Notierte Währungen
  • Nicht notierte Währungen
  • Luftfrachtkosten-Wechselkurse

Details zu den Wechselkursen

  • Notierte Währungen der EZB

    Die von der Europäischen Zentralbank festgesetzten Referenz-Wechselkurse sind die maßgeblichen Wechselkurse im Sinne von Art. 53 Abs. 1 Unionszollkodex (UZK). Dies ist der jeweils am vorletzten Mittwoch eines Monats veröffentlichte Wechselkurs (Artikel 146 Abs. 2 UZK-IA).
    Wird an diesem Tag kein Wechselkurs veröffentlicht, so gilt der zuletzt veröffentlichte Wechselkurs.
    Als Veröffentlichung im Sinne von Art. 53 Abs. 1 UZK gilt die Bekanntgabe auf dieser Internetseite.
    Dieser Wechselkurs gilt dann für die Umrechnung aller Beträge im darauf folgenden Kalendermonat.

    Hierbei ist es unerheblich, ob das Rechtsgeschäft schon früher geschlossen wurde, maßgeblich ist lediglich der im Zeitpunkt der Zollwertermittlung geltende Wechselkurs.


    Notierung bedeutet:

    Es wird ein Preis für eine Währung im Verhältnis zu einer anderen angegeben (z. B. 1 EUR = 1,08 USD).
    Die notierte Währung ist dabei diejenige, deren Wert angegeben wird.
    Die Basiswährung ist die Währung, auf die sich die Notierung bezieht.

    Beispiel:

    In der Notierung EUR/USD = 1,08 ist der Euro die Basiswährung, der US-Dollar die notierte Währung. Das bedeutet: 1 Euro ist 1,08 US-Dollar wert.


    Arten von Notierungen

    • Direkte Notierung (aus Sicht eines Landes): Die fremde Währung ist die Basiswährung, die heimische Währung ist die notierte Währung.
      Beispiel (für Deutschland): 1 USD = 0,93 EUR.
    • Indirekte Notierung: Die heimische Währung ist die Basiswährung, die fremde die notierte.
      Beispiel (für Deutschland): 1 EUR = 1,08 USD.

    In Europa ist meist die indirekte Notierung üblich, in anderen Ländern (z. B. UK oder USA) eher die direkte Notierung.


    Notierte Währungen spielen eine große Rolle in Bereichen wie

    • Zollwertberechnung (Währungsumrechnung nach offiziellen Kursen)
    • Buchhaltung und Rechnungslegung bei Fremdwährungsgeschäften
    • Devisenhandel

    Datenbank der notierten Währungen

  • Nicht notierte Währungen (Generalzolldirektion, Direktion V)

    Sind Währungen, die nicht regelmäßig an internationalen Devisenmärkten gehandelt werden. Das bedeutet, es gibt keine offiziellen Wechselkurse auf dem freien Markt z. B. bei der Europäischen Zentralbank.

    Merkmale nicht notierter Währungen

    • Kein offizieller Wechselkurs (z. B. kein EZB-Referenzkurs)
    • Keine regelmäßige Marktliquidität
    • Eingeschränkter oder kein freier Handel (Devisenbewirtschaftung)
    • Verwendung häufig nur im Inland

    Beispiele

    • Syrisches Pfund (SYP)
    • Nordkoreanischer Won (KPW)
    • Kubanischer Peso (CUP)

    Praxisfall: Rechnungen in nicht notierter Währung

    Wenn ein Unternehmen z. B. eine Ware aus einem Land wie Syrien oder Nordkorea importiert, kann es vorkommen, dass die Handelsrechnung in Syrischem Pfund (SYP) oder Nordkoreanischem Won (KPW) ausgestellt ist. Diese Währungen sind nicht notiert, d. h., sie sind:

    • nicht an internationalen Devisenmärkten handelbar,
    • nicht durch die EZB oder nationale Banken abgedeckt.

    In der Zollwertanmeldung (D.V.1) muss jedoch der Rechnungsbetrag in Euro angegeben werden.


    Lösung: Umrechnung nicht notierter Währungen

    a) Gesetzliche Grundlage:

    • Die Umrechnung von Währungen bei der Feststellung des Zollwerts
      erfolgt auf der Grundlage der von der Zollverwaltung festgesetzten Kurse.
      Gibt es keinen festgesetzten Kurs, kann ein anderer plausibler Nachweis akzeptiert werden.

    b) Mögliche Umrechnungswege:

    1) Umrechnung über eine Drittwährung

    Wenn der Exporteur seine Preise z. B. an den US-Dollar koppelt, kann man die Rechnung wie folgt behandeln:

    • Ursprungsrechnung: 1.000.000 SYP- Interner Wechselkurs laut Bank oder Vertrag: 1 USD = 2.500 SYP
    • Umrechnung: 1.000.000 SYP = 400 USD
    • Dann: 400 USD → EZB-Referenzkurs in EUR (z. B. 1 USD = 0,92 EUR)
    • Ergebnis: Zollwert in Euro = 368 EUR
    2) Nachweis durch Bankbelege
    • den Währungsumtausch durch Kontoauszüge oder Bankabrechnungen belegen,
    • z. B. ein Dokument vorlegen, aus dem hervorgeht, wie viel Euro tatsächlich für den Betrag gezahlt wurde.
    3) Festlegung durch nationale Zollbehörde

    Einige nationale Zollbehörden (z. B. deutscher Zoll) erlauben in begründeten Fällen eine individuelle Festlegung des Umrechnungskurses:

    • auf Basis eines Vertrages
    • nach Rücksprache mit der Zollstelle
    • oder durch eine Selbsterklärung mit nachvollziehbarer Kalkulation.

    Risiken und Fallstricke

    • Unplausible Wechselkurse (z. B. Schwarzmarkt-Kurse) werden nicht anerkannt.
    • Der Zoll kann eine Nachforderung verhängen, wenn der angegebene Kurs nicht belegbar ist.
    • Es besteht ggf. die Pflicht, eine Sicherheitsleistung zu hinterlegen, bis der Kurs bestätigt ist.

    Dokumentation & Nachweise

    Zur Plausibilisierung sollten folgende Unterlagen beigefügt werden:

    • Handelsrechnung
    • Zahlungsnachweis (z. B. SWIFT-Abbuchung)
    • Umrechnungskalkulation
    • Vertragliche Regelungen (wenn vorhanden)
    • Bankdokumente mit Wechselkursen

    Empfehlung für Unternehmen

    • Rechnungen wenn möglich in EUR oder USD verhandeln.
    • Bei exotischen Währungen: Absprache mit der Zollstelle vor der Anmeldung.
    • Dokumentation der Umrechnungsmethode aufbewahren.
    • Zolltarifnummern und Zollwert-Anmeldungen prüfen lassen, um Risiken bei Prüfungen zu vermeiden.

    Datenbank der nicht notierten Währungen

  • Luftfrachtkosten-Wechselkurse (IATA-Kurse) Zollwertfeststellung nach Art. 70 UZK, Charges collect Sendungen

    Bankers Selling Rates (IATA-Kurse) bezieht sich auf von der International Air Transport Association (IATA) festgelegte Devisenkurse, die insbesondere im Luftfrachtverkehr zur Anwendung kommen. Sie dienen als einheitliche Grundlage für die Berechnung internationaler Frachtraten, Zuschläge und sonstiger Kosten, wenn unterschiedliche Währungen im Spiel sind.


    Was sind Bankers Selling Rates

    • Der Bankers Selling Rate (BSR) ist der offizielle Verkaufskurs einer Bank für eine Fremdwährung gegenüber der Landeswährung.
    • Er wird von IATA regelmäßig (meist wöchentlich oder monatlich) veröffentlicht.
    • In der Praxis ist der BSR ein fiktiver Wechselkurs, der eine vereinfachte und standardisierte Abrechnung zwischen Airlines, Spediteuren und Kunden ermöglicht.

    Anwendung der IATA-Kurse

    • Frachtberechnung in Luftfrachtbriefen (AWB):
      Beispiel: Die Luftfracht wird in USD berechnet, aber der Kunde bezahlt in EUR. Der IATA-Kurs wird zur Umrechnung genutzt.
    • Einheitlichkeit weltweit:
      Die Nutzung eines einheitlichen Kurses verhindert, dass Airlines oder Spediteure durch eigene Wechselkurse Wettbewerbsverzerrungen schaffen.
    • Abrechnung mit IATA-Mitgliedern:
      Auch bei der internen Abrechnung zwischen Airlines und Partnern werden diese Kurse genutzt.

    Praxisbeispiel: Import aus China nach Deutschland

    • Eine deutsche Firma importiert Elektronikteile aus Shanghai per Luftfracht.
    • Die Frachtkosten wurden von der chinesischen Spedition in CNY (Renminbi / Yuan) berechnet.
    • Die Airline stellt die Rechnung in USD.
    • Der deutsche Importeur möchte in EUR bezahlen
    • Frachtkosten laut AWB: 8.000,00 USD
    • IATA-BSR für USD → EUR: 1 USD = 0,9135 EUR

    Berechnung:

    8.000,00 USD × 0,9135 EUR = 7.308,00 EUR


    Relevanz für die Zollwertfeststellung nach Art. 70 UZK

    Bei der Zollwertfeststellung sind dem gezahlten oder zu zahlenden Preis die Beförderungskosten bis zum Ort des Verbringens in das Zollgebiet der Gemeinschaft hinzuzurechnen, wenn sie nach den Lieferbedingungen noch nicht in ihm enthalten sind.

    Für Waren, die im Luftfrachtverkehr eingeführt werden, wird nur der Kostenanteil nach Art. 71 Abs.1 Buchstabe e) UZK einbezogen bzw. nach Art. 72 Buchstabe a) UZK nicht einbezogen, der sich aus dem entsprechend anzuwendenden Prozentsatz nach der Abflugzone ergibt, Art. 138 UZK-IA i.V.m.
    Anhang 23-01 UZK-IA.

    Eine Aufteilung anhand der in Anhang 23-01 UZK-IA genannten Prozentsätze kommt nur für die reinen Luftfrachtkosten (Freight) und den Treibstoffzuschlag (Fuel Surcharge) in Betracht.

    Neben der reinen Luftfracht, die sich aus dem kostenpflichtigen Gewicht und der Frachtrate pro Einheit errechnet ("chargeable weight" und "Rate/Charge"), gehören zu den Beförderungskosten im Sinne des Art. 71 Abs. 1 Buchstabe e) UZK alle Kosten, die unmittelbar durch Beförderung der Ware vom Versandort bis zum Ort des Verbringens entstanden sind. Hierunter fallen im Frachtverkehr insbesondere:

    • Steuern im Ausland,
    • Kosten des Spediteurs im Ausland,
    • Auslagen der Luftfrachtgesellschaft im Ausland, z.B. Abfertigungsgebühren oder die ebenfalls zum Zollwert gehörenden Agents Disbursements (Agentenauszahlungen).

    Bei der Umrechnung der im AWB in ausländischer Währung angegebenen Luftfrachtkosten gilt folgende Regelung

    • Bei Sendung mit vorausbezahlten Kosten ("Charges prepaid") erfolgt die Umrechnung mit dem für den maßgebenden Zeitpunkt geltenden Wechselkurs (Art. 53 Abs.1 UZK i.V.m. Art. 146 UZK-IA).
    • Dagegen hat bei unfreien Sendungen ("Charges collect") die Umrechnung der im Luftfrachtbrief in ausländischer Währung angegebenen Luftfrachtkosten nach der von den Luftverkehrsgesellschaften durch monatliche Umrechnungslisten bekannt gegebenen "Bankers Selling Rates" zu erfolgen (IATA-Kurs), es sei denn, es wird nachgewiesen, dass feste Wechselkurse (Währungsklausel) vertraglich vereinbart worden sind.

    Datenbank der Luftfrachtkurse



Fazit

Beträge, die in einer ausländischen Währung angegeben und zollrechtlich anzumelden sind, müssen in Euro umgerechnet werden. Die Umrechnung erfolgt auf Basis des Wechselkurses, der zum maßgeblichen Zeitpunkt gilt. Als maßgeblich gilt in der Regel der Zeitpunkt, zu dem die Zollanmeldung von der zuständigen Zollstelle rechtsverbindlich angenommen wird.

Für zollwertrechtliche Zwecke ist jeweils der Wechselkurs heranzuziehen, der für den entsprechenden Kalendermonat Gültigkeit besitzt.

Bei Währungen, für die ein Referenzkurs besteht, ist der von der Europäischen Zentralbank festgelegte Kurs entscheidend. Es handelt sich dabei um den Kurs, der jeweils am vorletzten Mittwoch eines Monats veröffentlicht wird. Dieser Kurs findet für sämtliche Umrechnungen im darauffolgenden Monat Anwendung.

Als maßgebliche Veröffentlichung gilt die Bekanntgabe auf der Internetseite der deutschen Zollbehörden. Dabei spielt es keine Rolle, wann ein zugrunde liegendes Handelsgeschäft abgeschlossen wurde – ausschlaggebend ist stets der zum Zeitpunkt der Zollwertermittlung gültige Kurs.

Falls für eine Währung kein Referenzkurs vorliegt, wird der Umrechnungskurs durch die Generalzolldirektion, Direktion V, gesondert ermittelt.


Vorschriften zum Nachlesen


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Zollverfahren & Abwicklung

Genehmigungspflichten
02.07.2025 |
Lesezeit

Genehmigungspflichten bei Handels- und Vermittlungsgeschäften: Ein Leitfaden für Unternehmen

Handels- und Vermittlungsgeschäfte spielen eine zentrale Rolle im internationalen Handel. In …
Genehmigungspflichten

Handels- und Vermittlungsgeschäfte spielen eine zentrale Rolle im internationalen Handel. In Deutschland unterliegen sie jedoch spezifischen Genehmigungspflichten, insbesondere wenn es um Güter mit doppeltem Verwendungszweck oder Rüstungsgüter geht. Diese Regelungen sind in der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) festgelegt und werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) überwacht.


Was sind Handels- und Vermittlungsgeschäfte?

Ein Handels- und Vermittlungsgeschäft liegt vor, wenn eine Person oder ein Unternehmen als Intermediär auftritt und den Verkauf oder die Lieferung von Gütern zwischen zwei Parteien vermittelt, ohne selbst Eigentümer der Güter zu werden. Dies kann sowohl innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Union (EU) erfolgen.


Genehmigungspflichten gemäß Außenwirtschaftsverordnung (AWV)

Die Genehmigungspflichten für Handels- und Vermittlungsgeschäfte sind insbesondere in den §§ 46 und 47 AWV geregelt:

  • §46 AWV: Gilt für Handels- und Vermittlungsgeschäfte über Güter des Teils I Abschnitt A der Ausfuhrliste, die sich in einem Drittland befinden und in ein anderes Drittland ausgeführt werden sollen.
  • §47 AWV: Bezieht sich auf Handels- und Vermittlungsgeschäfte über Güter des Anhangs IV der Dual-Use-Verordnung, die sich in einem Drittland befinden und in ein anderes Drittland ausgeführt werden sollen.

In diesen Fällen ist eine Genehmigung des BAFA erforderlich. Ausnahmen bestehen, wenn das Käufer- und Bestimmungsland in Anhang II Teil 3 der EG-Dual-Use-Verordnung genannt ist, wie z. B. Australien, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Schweiz und die USA.


Regelungen zu Gütern aus Anhang I der Dual-Use-Verordnung

Neben den Regelungen der AWV sind auch die Vorschriften der EU-Dual-Use-Verordnung (VO (EU) 2021/821) relevant. Hierbei ist für Güter aus Anhang I insbesondere Artikel 6 zu beachten:

  • Anhang I listet alle Güter mit doppeltem Verwendungszweck auf, die besonders genehmigungspflichtig sind. Diese umfassen u.a. spezielle Technologien, Software, Chemikalien und Ausrüstungen, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Handels- und Vermittlungsgeschäfte über diese Güter unterliegen strengen Ausfuhrkontrollen und erfordern grundsätzlich eine Genehmigung, wenn sie in Drittländer ausgeführt oder dort vermittelt werden.
  • Artikel 6 der Dual-Use-Verordnung regelt explizit die Genehmigungspflicht für Vermittlungshandlungen bei Dual-Use-Gütern aus Anhang I. Danach ist jede Vermittlung, genehmigungspflichtig, wenn der Ausführer von den Behörden über eine Bestimmung in sensitiven Verwendungszwecken (gemäß Artikel 4 Absatz 1 der Dual-Use VO) unterrichtet oder ihm bekannt ist, dass diese Güter dazu bestimmt sind. Diese Regelung soll verhindern, dass sensible Güter durch Vermittlungsgeschäfte ohne Kontrolle an unerwünschte Empfänger gelangen.

Diese Vorschriften ergänzen die Genehmigungspflichten nach der AWV und sorgen für eine umfassende Kontrolle sensibler Güter entlang der gesamten Handels- und Vermittlungskette.


Sanktionen bei Verstößen

Verstöße gegen die Genehmigungspflichten können schwerwiegende Konsequenzen haben. Neben Bußgeldern können auch strafrechtliche Sanktionen verhängt werden. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, die gesetzlichen Vorgaben genau zu beachten und bei Unsicherheiten rechtzeitig Rat einzuholen.


Weitere Informationen

Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie im Merkblatt zu Handels- und Vermittlungsgeschäften des BAFA.

Merkblatt zu Handels- und Vermittlungsgeschäften

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Autor: Tim Mayer - Leiter Training & Beratung

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Zollrecht & Compliance

EU-Herkunftsschutz
30.06.2025 |
Lesezeit

Geschützte Ursprungsbezeichnung und geschützte geographische Angaben

Die geschützte Ursprungsbezeichnung und die geschützte geografische Angabe sind zwei Schutzsysteme …
EU-Herkunftsschutz

Die geschützte Ursprungsbezeichnung und die geschützte geografische Angabe sind zwei Schutzsysteme der Europäischen Union, die bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel vor Nachahmung schützen. Sie sollen die Qualität und Herkunft eines Produkts hervorheben und Verbraucherinnen und Verbrauchern Transparenz bieten.

Diese geschützten Herkunftsangaben dienen nicht nur dem Verbraucherschutz, sondern sind auch im Zollrecht relevant.


Definition: Geschützte Ursprungsbezeichnung

Hierbei handelt es sich um Produkte, deren Herstellung, Verarbeitung und Erzeugung vollständig in einer bestimmten Region erfolgen und deren Eigenschaften untrennbar mit dieser Region verbunden sind.

BMLEH Agrarmärkte geschütze Ursprungsbezeichnung Qualitätssiegel

Kriterium

Die gesamte Produktionskette muss in der definierten geografischen Region stattfinden.

Beispiele

  • Roquefort | Frankreich
  • Parmigiano Reggiano | Italien

Definition: Geschützte geografische Angabe

Produkte, bei denen mindestens ein Produktionsschritt (z. B. Verarbeitung oder Herstellung) in der betreffenden Region erfolgt und die einen bestimmten Ruf oder eine Eigenschaft mit dieser Region verbinden.

BMLEH Agrarmärkte geschütze geografische Angabe Qualitätssiegel

Kriterium

Es reicht aus, wenn ein Teil der Herstellung in der Region stattfindet und ein Zusammenhang zwischen Produkt und Region besteht.

Beispiel

  • Schwarzwälder Schinken | Deutschland
  • Nürnberger Rostbratwürste | Deutschland

Geschützte Ursprungsangabe bei Wein

Der Wein muss zu 100 % aus Trauben stammen, die in der definierten Region gewachsen sind, und vollständig dort verarbeitet worden sein. Auch die Weinbereitung muss dort erfolgen.

Beispiele: Geschütze Ursprungsangabe bei Wein

  • Mosel | Deutschland
  • Bordeaux | Frankreich
  • Barolo | Italien
  • Champagne | Frankreich
  • Chianti Classico | Italien
  • Rheingau | Deutschland

Diese Weine tragen eine Herkunftsbezeichnung, die stark mit der Qualität, den klimatischen Bedingungen und der traditionellen Herstellung in dieser bestimmten Region verbunden ist.


Geschützte geografische Angabe bei Wein

Hier stammt mindestens ein Produktionsschritt aus der genannten Region, nicht aber zwingend der gesamte Anbau und Ausbau. Die Anforderungen sind weniger streng als bei der geschützten Ursprungsangabe.

Beispiele Geschütze geografische Angabe bei Wein

  • Terre Siciliane | Italien
  • Landwein Rhein | Deutschland
  • Vino de la Tierra de Castilla | Spanien
  • Pays d’Oc | Frankreich

Diese Weine stehen oft für einfache, regionaltypische Qualität und ermöglichen mehr Flexibilität bei der Weinherstellung.


Warum ist das für die Zollabwicklung wichtig?

Bei der Einfuhr von Wein in die EU ist die korrekte Tarifierung entscheidend. Je nach Ursprungsangabe ergeben sich unterschiedliche:

  • Zolltarifnummern (TARIC-Codes)
  • Zollsätze und Einfuhrabgaben
  • Dokumentationspflichten

Beispiele

  • 2204 21 10
    Rotwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung.
  • 2204 21 30
    Weißwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung.
  • 2204 29 10
    Rotwein mit geschützter geographische Angabe.
  • 2204 29 30
    Weißwein mit geschützter geographische Angabe.
  • 204 29 90
    Weine ohne besondere Herkunftsangabe (z. B. Tafelwein).

Die genaue Einreihung hängt zusätzlich von Alkoholgehalt, CO₂-Gehalt und weiteren Parametern ab. Falsche Tarifierungen führen häufig zu Nachforderungen oder Beanstandungen bei der Zollabfertigung.

Je nach Weinart, Verpackung und Alkoholgehalt können sich die Unterpositionen ändern.


Praxisnahe Beispiele

  • Trockener Rotwein in Flaschen, 13,5 % Vol. Alkohol, aus Italien

    Ware: Rotwein
    Alkoholgehalt: 13,5 % Vol. (kein Zusatz von Alkohol)
    Verpackung: Flasche, 0,75 Liter
    Herkunft: Italien (EU)

    Tarifierung:

    KN-Code 2204 21 10
    Wein mit einem Alkoholgehalt von ≤ 15 % Vol., in Behältnissen ≤ 2 Liter.


  • Portwein (Likörwein), 19 % Vol. Alkohol, in 0,75-Liter-Flaschen, aus Portugal

    Ware: Likörwein (aufgespriteter Wein)
    Alkoholgehalt: 19 % Vol. durch Zugabe von Alkohol
    Verpackung: Flasche, 0,75 Liter
    Herkunft: Portugal (EU)

    Tarifierung:

    KN-Code 2204 21 38
    Wein mit einem Alkoholgehalt > 15 %, aber ≤ 22 %, Likörwein, in Behältnissen ≤ 2 Liter.

    Besonderheit

    Auch wenn mehr als 15 % Vol. – immer noch Position 2204, weil die max. Grenze 22 % nicht überschritten wird.


  • Tafelwein (13 % Vol.), in Bag-in-Box mit 10 Litern Inhalt, aus Spanien

    Ware: Weißwein
    Alkoholgehalt: 13 % Vol.
    Verpackung: Bag-in-Box, 10 Liter
    Herkunft: Spanien (EU)


    Tarifierung

    KN-Code 2204 29 19
    Wein mit einem Alkoholgehalt ≤ 15 % Vol., in Behältnissen > 2 Liter, nicht in loser Schüttung.

    Hinweis

    Gebindegröße ist ausschlaggebend für die Unterposition – das ändert auch statistische Erfassungen und ggf. Marktregelungen.


Wichtige Kriterien für die Tarifierung

  • Zusätze: z. B. Aromastoffe, Kohlensäure
  • Alkoholgehalt: z. B. unter oder über 13 % vol.
  • Verpackung: Flaschen < 2 L, Bag-in-Box, Tankcontainer etc.
  • Zusätze: z. B. Aromastoffe, Kohlensäure

Zölle und Verbrauchsteuern bei Wein

  • Zölle sind abhängig von der Weinsorte oder der Art des Weinbauerzeugnisses und dem Ursprungsland
  • In der Bundesrepublik Deutschland wird im Gegensatz zu anderen Mitgliedstaaten keine Verbrauchsteuer auf Wein erhoben

Online-Datenbank eAmbrosia

Die Europäische Kommission listet Informationen über geschützte Weine, Spirituosen und Lebensmitteln in der EU auf:

Rechtsregister für geschützte EU-Produktkennzeichnungen

Beispiele aus der Online-Datenbank eAmbrosia

Großräschener See
Württemberg
Tiroler Speck
Wachauer Marille

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Zollrecht & Compliance

Vorbereitung auf eine Prüfung durch den Zoll
27.06.2025 |
Lesezeit

Vorbereitung auf eine Prüfung durch den Zoll: Was Unternehmen tun sollten

Eine Zollprüfung kann jedes Unternehmen treffen, das in den Außenhandel involviert ist – unabhängig …
Vorbereitung auf eine Prüfung durch den Zoll

Eine Zollprüfung kann jedes Unternehmen treffen, das in den Außenhandel involviert ist – unabhängig von Größe oder Branche. Obwohl der Zoll lediglich überprüft, ob die zollrechtlichen Vorschriften eingehalten wurden, sorgen Zollprüfungen oftmals für Nervosität in den Unternehmen.

Der Grund: Viele Betriebe sind sich nicht sicher, ob ihre zollrelevanten Prozesse und Dokumentationen den Anforderungen tatsächlich entsprechen. Dabei lässt sich mit der richtigen Vorbereitung nicht nur Stress vermeiden, sondern auch das Risiko finanzieller Nachteile deutlich reduzieren. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie sich optimal auf eine Zollprüfung vorbereiten.


Was ist eine Zollprüfung – und warum findet sie statt?

Zollprüfungen werden vom Hauptzollamt durchgeführt und dienen der Überprüfung, ob ein Unternehmen zollrechtliche Vorschriften korrekt anwendet. Die Prüfungen erfolgen meist nach Ankündigung, können aber im Einzelfall auch unangekündigt stattfinden. Sie betreffen in der Regel die vergangenen drei Jahre und fokussieren sich auf Import- und Exportvorgänge.


Im Prüfungsfall: Was ist zu tun?

Wenn eine Zollprüfung angekündigt wird, bewahren Sie Ruhe. Bereiten Sie eine Übersicht aller zollrelevanten Vorgänge vor und stellen Sie dem Prüfer einen zentralen Ansprechpartner zur Seite. Tipp: Eine digitale oder physische „Willkommensmappe“ mit den wichtigsten Unterlagen schafft Vertrauen und spart Zeit.


Wie läuft eine Zollprüfung ab?

Eine Zollprüfung folgt in der Regel einem strukturierten Prozess, der sich in mehrere Phasen gliedert – von der Ankündigung bis zur abschließenden Auswertung.

  • Ankündigung
    Die Prüfung wird in der Regel vorab schriftlich angekündigt.
  • Vorbereitung und Fristsetzung
    Das Unternehmen erhält eine Frist, um Unterlagen bereitzustellen.
  • Durchführung
    Die Prüfung findet vor Ort im Unternehmen oder digital statt.
  • Auswertung
    Der Zoll erstellt einen Bericht. Bei Abweichungen können Nachzahlungen, Bußgelder oder sogar strafrechtliche Konsequenzen folgen.

Typische Auslöser für eine Zollprüfung

Zollprüfungen erfolgen meist anlassunabhängig und im Rahmen von turnusmäßigen Kontrollen. Allerdings kann es auch anlassbezogene Prüfungen geben – etwa wenn Unstimmigkeiten bei Einfuhren, Ausfuhren oder Präferenznachweisen auftreten. Typische Auslöser für eine Zollprüfung sind:

  • Unstimmigkeiten bei Einfuhren oder Ausfuhren
  • Hinweise auf fehlerhafte Warentarifierung
  • regelmäßige Inanspruchnahme von Präferenzen
  • Nutzung besonderer Zollverfahren
  • Unstimmigkeiten bei Ausfuhrgenehmigungen und der Nutzung von Allgemeinen Genehmigungen
  • Hinweise auf Verfehlungen bei Sanktionen und Embargos
  • Kontrolle der Meldungen von Kapitalbewegungen und Transaktionen im Rahmen der Außenwirtschaft.

Welche Bereiche prüft der Zoll?

Im Rahmen einer Zollprüfung nimmt das Hauptzollamt verschiedene zentrale Aspekte der Außenhandelsabwicklung unter die Lupe. Ziel ist es, die korrekte Anwendung der zollrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Dabei konzentriert sich die Prüfung typischerweise auf folgende Bereiche:

  • Einreihung der Waren in den Zolltarif
    Es wird überprüft, ob die Waren korrekt in den Zolltarif eingereiht wurden. Eine fehlerhafte Einreihung kann zu falschen Abgaben führen.
  • Zollwertberechnung
    Der Zoll kontrolliert, ob alle preisrelevanten Bestandteile – wie Lizenzgebühren, Verpackungskosten oder Transportkosten – ordnungsgemäß in die Zollwertberechnung eingeflossen sind.
  • Präferenzen und Ursprungsnachweise
    Hier wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Präferenzzollsätzen erfüllt sind und ob die entsprechenden Ursprungsnachweise korrekt und vollständig vorliegen.
  • Dokumentation und Aufbewahrung
    Eine lückenlose und nachvollziehbare Dokumentation ist essenziell. Der Zoll prüft, ob alle relevanten Unterlagen vollständig, plausibel und fristgerecht aufbewahrt wurden.
  • Verwendung besonderer Verfahren
    Falls das Unternehmen bewilligungsbedürftigte Verfahren wie Zolllager, aktive Veredelung oder vorübergehende Verwendung nutzt, wird kontrolliert, ob diese ordnungsgemäß abgewickelt wurden.

5 Schritte: So bereiten Sie sich konkret auf eine Prüfung durch den Zoll vor

Interne Selbstprüfung durchführen

Führen Sie regelmäßig interne Audits durch. Dies kann intern oder in Zusammenarbeit mit einem externen Zollexperten erfolgen. Achten Sie dabei besonders auf Folgendes:

  • Vollständigkeit und Plausibilität der Zollanmeldungen
  • Konsistenz zwischen Handelsrechnung und Zollwert
  • Richtigkeit der verwendeten Zolltarifnummern
  • Einhaltung von Ursprungs-und Präferenzvorgaben

Dokumente zentral und strukturiert verwalten

Eine der häufigsten Fehlerquellen ist das fehlende oder unvollständige Dokumentenmanagement. Prüfen Sie, ob Sie folgende Unterlagen jederzeit griffbereit haben und diese miteinander verknüpfen können:

  • Handelsrechnungen, Frachtbriefe, Lieferscheine
  • Zollanmeldungen (Einfuhr und Ausfuhr).
  • Ursprungszeugnisse und Lieferantenerklärungen.
  • Verträge zu Lizenzgebühren oder Dienstleistungen.
  • Speditionsunterlagen und Schriftwechsel mit dem Zoll

Zuständigkeiten und Ansprechpartner definieren

Benennen Sie einen verantwortlichen Zollbeauftragten im Unternehmen. Diese Person sollte:

  • mit allen Prozessen vertraut sein
  • Zugriff auf alle relevanten Systeme und Unterlagen haben
  • als Ansprechpartner für den Prüfer agieren

Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter

Fehler entstehen oft aus Unwissen. Schulen Sie deshalb regelmäßig alle Mitarbeiter, die mit zollrelevanten Vorgängen zu tun haben z. B. aus Einkauf, Logistik, Vertrieb oder Buchhaltung. Themen könnten sein:

  • Grundlagen der Einreihung in den Zolltarif
  • Incoterms® und deren Auswirkungen
  • Zollwertrecht und Verrechnungspreise
  • Umgang mit Präferenzen und Ursprungsregeln

Zusammenarbeit mit Dienstleistern klären

Viele Unternehmen greifen bei der Zollabwicklung auf externe Zolldienstleister oder Speditionen zurück. Damit diese Zusammenarbeit reibungslos und rechtskonform verläuft, sollten klare Rahmenbedingungen geschaffen werden:

  • Vertragliche Festlegung der Zuständigkeiten
    Definieren Sie eindeutig, wer für welche Aufgaben verantwortlich ist – insbesondere bei der Erstellung und Übermittlung von Zollanmeldungen.
  • Zugriffsrechte und Datenverfügbarkeit sicherstellen
    Stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen jederzeit Zugriff auf alle relevanten Anmeldedaten und Unterlagen hat – auch bei ausgelagerten Prozessen.
  • Regelmäßige Qualitätskontrollen durchführen
    Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Arbeit Ihrer Dienstleister, um Fehler frühzeitig zu erkennen und die Einhaltung der zollrechtlichen Vorgaben sicherzustellen.

Fazit: Vorsorge ist der beste Schutz

Eine Zollprüfung ist kein Grund zur Panik - zumindest wenn Sie vorbereitet sind. Wer seine Prozesse kennt, Unterlagen ordentlich archiviert und regelmäßig überprüft, begegnet dem Prüfer mit Souveränität.

Investieren Sie daher lieber jetzt Zeit in die Vorbereitung, statt später hohe Nachforderungen oder Bußgelder zu riskieren.


Handlungsempfehlungen

Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend, um eine Zollprüfung effizient und ohne größere Komplikationen zu bewältigen. Unternehmen, die ihre internen Abläufe regelmäßig überprüfen, Verantwortlichkeiten klar definieren und rechtliche Vorgaben im Blick behalten, schaffen die besten Voraussetzungen für einen reibungslosen Prüfungsverlauf. Die folgenden Empfehlungen helfen Ihnen dabei, Ihre Organisation gezielt auf eine Zollprüfung vorzubereiten:

  • Rechtskenntnisse aktuell halten
    Schulen Sie regelmäßig alle relevanten Mitarbeitenden zu zollrechtlichen Grundlagen, aktuellen Vorschriften und Änderungen im Außenwirtschaftsrecht.
  • Zuständigkeiten eindeutig festlegen
    Benennen Sie einen Zollbeauftragten oder ein verantwortliches Team, das als zentrale Anlaufstelle für alle zollrelevanten Themen fungiert.
  • Dokumentationspflichten aktiv steuern
    Sorgen Sie für eine strukturierte, vollständige und jederzeit zugängliche Ablage aller zollrelevanten Unterlagen.
  • Fachliche Unterstützung einholen
    Ziehen Sie bei komplexen Sachverhalten, Sonderverfahren oder Unsicherheiten frühzeitig externe Zoll- oder Rechtsberatung hinzu.
  • Compliance-Strukturen etablieren
    Implementieren Sie ein Internes Kontrollprogramm (IKP) mit Fokus auf Zoll und Außenwirtschaft.
  • Schlussbesprechung aktiv nutzen
    Nehmen Sie an der Abschlussbesprechung mit dem Zoll teil, um offene Punkte zu klären und Missverständnisse zu vermeiden.
  • Kooperation zeigen
    Beantworten Sie Fragen der Prüfer offen, ehrlich und präzise. Eine kooperative Haltung wirkt sich positiv auf den Prüfungsverlauf aus.
  • Rechte und Pflichten kennen
    Machen Sie sich mit Ihren Mitwirkungspflichten sowie dem Recht auf Aussageverweigerung vertraut. Falsche oder irreführende Angaben können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
  • Verhaltensanweisung für Mitarbeitende erstellen
    Erarbeiten Sie eine klare Handlungsanweisung für alle Mitarbeitenden, wie sie sich im Rahmen einer Zollprüfung verhalten sollen – insbesondere im Umgang mit Fragen der Prüfer. Es ist wichtig, keine falschen oder irreführenden Informationen zu geben, da dies rechtliche Konsequenzen haben kann.

Sie möchten Ihre Prozesse prüfen oder benötigen Hilfe bei der Dokumentation?

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Zollrecht & Compliance Zollverfahren & Abwicklung

JEFTAWirtschaftspartnerschaft EU–Japan (JEFTA): Zollvorteile nutzen
25.06.2025 |
Lesezeit

Wirtschaftspartnerschaft EU–Japan (JEFTA): Zollvorteile nutzen

Seit Anfang 2019 profitieren Unternehmen im Handel zwischen der Europäischen Union und Japan von …
JEFTA

Seit Anfang 2019 profitieren Unternehmen im Handel zwischen der Europäischen Union und Japan von einem umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommen. Es gilt als eines der größten bilateralen Abkommen weltweit, sodass das Abkommen einen sehr bedeutenden Teil des weltweiten Handels betrifft.


Zollabbau – schrittweise Entlastung

Das Abkommen sieht einen umfangreichen Abbau von Zöllen vor. Bereits heute sind zahlreiche Industrieprodukte zollfrei, bei anderen erfolgt der Abbau schrittweise. Beispielsweise werden für bestimmte Fischereiprodukte und Fahrzeuge über mehrere Jahre hinweg die Einfuhrabgaben gesenkt mit teils unterschiedlichen Zeitplänen für die EU und Japan.

Neben den Zöllen wurden auch sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse reduziert. Besonders in technisch anspruchsvollen Branchen, etwa dem Automobilsektor, sind durch die Angleichung an internationale Standards Erleichterungen entstanden.


Ursprungsregeln – wer von Zollvorteilen profitiert

Damit ein Produkt zollfrei oder zu einem Vorzugssatz eingeführt werden kann, muss es die vereinbarten Ursprungsregeln erfüllen. Diese unterscheiden sich je nach Ware und basieren unter anderem auf:

  • einem Wechsel der Zolltarifposition,
  • einem bestimmten regionalen Wertschöpfungsanteil,
  • oder auf einer Kombination aus beiden Kriterien.

Toleranzregelungen

Ein geringer Anteil an Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft kann dennoch zulässig sein. Die Regeln können sich auch im Zeitverlauf verändern – etwa bei bestimmten Fahrzeugen, wo der zulässige Anteil an nicht präferenzberechtigten Vormaterialien nach und nach reduziert wird.


Welche Produkte profitieren vom Zollabbau?

Das Abkommen sieht vor, dass eine Vielzahl von Industrie- und Agrarprodukten schrittweise oder sofort zollfrei gestellt wird. Besonders interessant ist dies für Exporteure aus Branchen wie:

  • Maschinenbau,
  • Automobilzulieferer,
  • Lebensmittel und Getränke,
  • Chemieprodukte,
  • Textil- und Lederwaren.

Die Zeitpläne für den Zollabbau variieren je nach Produktgruppe und Herkunftsland. Während manche Waren sofort zollfrei eingeführt werden dürfen, entfällt der Zoll bei anderen Produkten erst nach mehreren Jahren.


Nachweis des Ursprungs – so funktioniert es

Für den Präferenzzoll ist ein Ursprungsnachweis erforderlich. Dieser kann entweder:

  • als Ursprungserklärung auf einem Handelsdokument durch jeden Ausführer erfolgen (z. B. bei Sendungen bis 6.000 €),
  • oder durch eine Ursprungserklärung eines registrierten Ausführers (REX), der zuvor bei den zuständigen Zollbehörden eingetragen wurde.

Die Ursprungserklärung muss dem vorgeschriebenen Wortlaut entsprechen und klar auf das Abkommen verweisen.


REX - Registered Exporter System

Das REX-System ist ein Registrierungssystem der Europäischen Union für Exporteure, die Ursprungserklärungen für ihre Waren abgeben möchten.

Es ersetzt in vielen Fällen traditionelle Ursprungsnachweise wie das Form A oder die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1. Unternehmen, die am REX-System teilnehmen, können eigenständig Ursprungserklärungen auf ihren Rechnungen oder anderen Handelsdokumenten ausstellen, was den Exportprozess erheblich vereinfacht. 


Wortlaut der Ursprungserklärung

Die Ursprungserklärung muss folgenden (üblichen) Wortlaut haben:

(Period: from…………… to …………(1) )

The exporter of the products covered by this document (Exporter Reference No ……... (2)) declares that, except where otherwise clearly indicated, these products are of ... ………preferential origin (3).

(Origin criteria used(4)) …………………………………………………………….............................................

(Place and date(5))

...……………………………………………………………………..............................

(Printed name of the exporter)

...……………………………………………………………………..............................


Ursprungskriterium / Ursprungsregel

Die verwendeten Ursprungskriterien sollten ebenfalls in Präferenznachweisen neben der Ländercodierung „JP“
mit einer der folgenden Codierungen genannt werden:

  • A

    für Produkte mit Bezug zu Unterkapitel 1(a) des Artikels 3.2
    Vollständig gewonnene oder hergestellte Erzeugnisse gemäß Artikel 3.3
    Beispiele: Pflanzen, die im Ursprungsland angebaut oder gezüchtet werden; Tiere, die im Ursprungsland geboren wurden.

  • B

    für Produkte mit Bezug zu Unterkapitel 1 (b) des Artikels 3.2
    Erzeugnisse, die ausschließlich aus Vormaterialien hergestellt werden, die ihren Ursprung in dieser Vertragspartei haben.

  • C

    für Produkte mit Bezug zu Unterkapitel 1(c) des Artikels 3.2
    Erzeugnisse, die unter Verwendung von Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft hergestellt wurden, sofern sie die anwendbaren Anforderungen von Anhang 3-B erfüllen. Es handelt sich um alternativ anwendbare Bedingungen.

    Zusätzliche Angaben zu C

    • (1) für eine Änderung der Tarifklassifikationsregel (Positionswechsel).
    • (2) für einen Höchstwert von Materialien ohne Ursprungseigenschaft
      (Wertschöpfungsregel auf Basis Ab-Werk-Preis) oder einen Mindestwert regionaler Wertschöpfung
      (regionale Wertschöpfungsregel auf Basis FOB-Wert).
    • (3) für eine bestimmte Produktionsprozessregel (bei Chemikalien, Textilien und Kleidung).
    • (4) bei Anwendung der Bestimmungen von Abschnitt 3 der Anlage 3-B-1.
  • D

    für Kumulierung gemäß Artikel 3.5

  • E

    für allgemeine Toleranz gemäß Artikel 3.6


Gewissheit des Einführers

Falls keine Ursprungserklärung des Ausführers vorhanden ist, kann der Importeur auf Basis seiner Kenntnis der Ware auf eigene Verantwortung eine zollfreie Abfertigung beantragen ("Gewissheit des Einführers"). In der Praxis sollte diese Methode selten Anwendung finden, da der notwendige Nachweis oftmals nicht erbracht werden kann.

Warum ist das wichtig?

Ohne die Angabe der angewandten Ursprungsregel ist die Ursprungserklärung formell unvollständig. Dadurch kann im Einfuhrland die Präferenzbehandlung verweigert werden. Auch bei Prüfungen durch Zollbehörden kann dies zu Beanstandungen und möglichen Sanktionen führen.


Prüfung durch die Zollbehörden

Zollbehörden können die Richtigkeit der Ursprungserklärungen jederzeit überprüfen. In solchen Fällen müssen Exporteure nachweisen, dass ihre Waren die Ursprungsregeln tatsächlich erfüllen – zum Beispiel durch Lieferantenerklärungen, Produktionsunterlagen oder Kalkulationen.


Einfuhren aus Japan in die EU

Japanische Unternehmen verwenden auf der Erklärung zum Ursprung für Lieferungen in die EU immer ihre 13-stellige Unternehmensnummer. Die Nummer lässt sich auf der Corporate Number Publication Site der japanischen National Tax Agency prüfen. Es gibt keine Wertschwelle und keine REX-Registrierung. Auch EU-Importeure müssen nicht als REX registriert sein.


Empfehlungen für Unternehmen

  • Einsparpotenzial nutzen
    Überprüfen Sie, ob Ihre Produkte bereits zollfrei eingeführt werden können oder demnächst unter eine Präferenzregelung fallen.
  • Ursprungsanalyse
    Analysieren Sie die Ursprungseigenschaften Ihrer Waren und stellen Sie sicher, dass die geltenden Ursprungskriterien erfüllt sind.
  • Vorbereitung auf Prüfungen
    Dokumentieren Sie alle Ursprungsnachweise lückenlos, registrieren Sie sich frühzeitig als Registrierter Ausführer (REX) und bereiten Sie sich auf mögliche Prüfungen vor.

Zum Nachlesen


Weitere Fragen zu Warenursprung und Präferenz oder allgemeinen Zollthemen?

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Zollverfahren & Abwicklung

23.06.2025 |
Lesezeit

Packstückangaben in der Ausfuhrzollanmeldung: Palette oder Kartons?

In der täglichen Praxis der Exportabwicklung stellt sich immer wieder eine zentrale Frage bei der …
Ausfuhrzollanmeldung - Angabe der Packstücke

In der täglichen Praxis der Exportabwicklung stellt sich immer wieder eine zentrale Frage bei der Erstellung der Ausfuhrzollanmeldung über ATLAS:
Was genau ist bei der Position „Packstücke“ anzugeben – die Palette oder die darauf befindlichen Kartons, Kisten oder sonstigen Verpackungseinheiten?

Diese Frage ist keineswegs trivial, sondern hat zollrechtliche Relevanz. Fehlerhafte oder unklare Angaben können zu Verzögerungen, Prüfvermerken oder sogar Ordnungswidrigkeiten führen. In diesem Beitrag erläutern wir, was genau als „Packstück“ im Sinne der Zollvorschriften gilt – und wie Sie die Angaben rechtssicher vornehmen.


Was ist ein „Packstück“ gemäß Zollpraxis?

In der Zollpraxis wird der Begriff „Packstück“ zwar regelmäßig verwendet, ist jedoch nicht ausdrücklich im Unionszollkodex (UZK) definiert. Maßgeblich ist daher die Auslegung aus dem Zollkontext.

Das offizielle Merkblatt zu Zollanmeldungen der Zollverwaltung definiert:

"Es ist die Verpackung zu codieren, die die betreffende Ware unmittelbar umschließt. Es ist hier nicht die Verpackung, die für den Einzelhandelsverkauf bestimmt ist, sondern diejenige, die für den Transport vorgesehen ist, anzugeben. Paletten gelten grundsätzlich als Beförderungsmaterial und nicht als Packstücke; die Angabe als Packstück kommt jedoch in Betracht, wenn Waren sich auf einer eingeschweißten Palette befinden oder die Ware nicht anderweitig verpackt ist."
Merkblatt zu Zollanmeldungen; 18 06 000 000 - Verpackung

Was muss also angemeldet werden?

In der Zollanmeldung musst du angeben, wie die Ware verpackt ist. Aber nicht jede Verpackung ist gemeint – es zählt die Verpackung, die direkt um die Ware drumherum ist und sie beim Transport schützt.

Die schöne Verkaufsverpackung im Supermarkt-Regal (z. B. die bunte Müsli-Schachtel) ist also irrelevant. Die Verpackung, die zum Transport benutzt wird (z. B. ein Karton, in dem viele Müslischachteln liegen), ist anzumelden.

Und was ist mit Paletten?

Normalerweise zählen Paletten nicht als „Verpackung“. Sie sind nur Transporthilfen, also Beförderungsmaterial. Wenn die Ware aber nur auf einer Palette liegt und eingeschweißt ist – also keine andere Verpackung hat – dann zählt die Palette als Verpackung und muss angegeben werden.

  • Wann ist die Palette selbst ein Packstück?

    Die Palette ist fest mit der Ware verbunden, etwa vollständig eingeschweißt oder umreift, und bildet damit eine geschlossene äußere Verpackungseinheit.

    Ergebnis: Nur 1 Packstück (die ganze eingeschweißte Palette) ist in der Anmeldung zu deklarieren.

  • Wann zählen die Kartons als Packstücke?

    Wenn die Palette nur als Ladehilfe dient:

    • Kartons stehen lose oder nur leicht gestretcht auf der Palette, ohne feste Verbindung.
    • Die Palette erfüllt in diesem Fall nicht die Kriterien für eine äußere Verpackungseinheit

    Ergebnis: Jeder Karton zählt als eigenes Packstück (z. B. 20 Kartons = 20 Packstücke).


Warum ist das wichtig?

Zollbehörden überprüfen die Übereinstimmung von Anmeldung und physischer Sendung. Fehlerhafte Angaben können dabei zu Rückfragen, Verzögerungen oder Bußgeldern führen. Eine konsistente Dokumentation (Anmeldung, Rechnung, Packliste) unterstützt eine reibungslosen Exportprozess ohne Verzögerungen oder rechtliche Risiken.



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Ihre zuverlässige Zollagentur - SW Zoll-Beratung GmbH
ein Unternehmen der Schenker Group

Autor: Tim Mayer - Leiter Training & Beratung

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Zollverfahren & Abwicklung

Codierungsupdate
20.06.2025 |
Lesezeit

Anpassungen an Unterlagencodierungen bei ökologischen / biologischen Erzeugnissen, sowie ozonabbauenden Stoffen

Zum 28. Juni 2025 treten bedeutende Änderungen im deutschen ATLAS-Zollsystem in Kraft. Betroffen …
Codierungsupdate

Zum 28. Juni 2025 treten bedeutende Änderungen im deutschen ATLAS-Zollsystem in Kraft. Betroffen sind die Bescheinigungsbereiche der Unterlagencodierungen C644, Y797, Y798 und Y799, die für ökologische / biologische Erzeugnisse (CDI) sowie ozonabbauende Stoffe (ODS) relevant sind.


Neuzuweisung der Bescheinigungsbereiche

Ab dem 28.06.2025 gelten folgende neuen Bereiche für die jeweiligen Codierungen:

Codierung

Beschreibung

Alt

Neu


C644


Kontrollbescheinigung für ökologische/biologische Erzeugnisse


1


2

Y797

Registrierung im Lizenzsystem gemäß Artikel 17 Abs. 3 Buchst. a) der Verordnung (EU) 2024/590

5

1

Y798

Nettomasse der ODS in Produkten und Einrichtungen

5

1

Y799

Nettomasse der ODS multipliziert mit dem ODP-Wert (Ozonabbaupotenzial)

5

1


Was bedeutet das für Zollanmeldungen?

  • Zollanmeldungen mit den bisherigen Codierungen, die vor dem 28.06.2025 abgegeben, aber noch nicht angenommen wurden, werden abgelehnt oder zurückgewiesen.
  • Besonders wichtig: Bei der neuen Bereichszuweisung für C644 ist zwingend die Abschreibemenge anzugeben. Ohne diese Angabe muss die Anmeldung korrigiert und neu eingereicht werden.

Empfehlung der Zollverwaltung: Reichen Sie Anmeldungen mit den betroffenen Codierungen nur dann ein, wenn eine Annahme vor dem 28.06.2025 realistisch ist.


Zum Nachlesen


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Zollverfahren & Abwicklung

Kennzahlen und Reporting
18.06.2025 |
Lesezeit

Kennzahlen und Reporting in Zoll- und Außenhandel: Transparenz schafft Effizienz

In der heutigen globalisierten Wirtschaft sind effiziente und rechtskonforme Zollprozesse für …
Kennzahlen und Reporting

In der heutigen globalisierten Wirtschaft sind effiziente und rechtskonforme Zollprozesse für international tätige Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Doch wie lässt sich die Qualität und Effizienz der eigenen Zoll- und Außenhandelsaktivitäten messen? Die Antwort liegt in der gezielten Nutzung von Key Performance Indicators (KPIs) sowie einem strukturierten Reporting.


Warum KPI und Reporting im Zollbereich so wichtig sind

Zoll- und Außenhandelsprozesse sind oft komplex, zeitkritisch und streng reguliert. Kleinste Fehler bei der Zolltarifierung, Dokumentation oder Einfuhrumsatzsteuer können schnell zu Nachforderungen, Verzögerungen oder gar Sanktionen führen.

Ein gut strukturiertes KPI-System hilft dabei:

  • Schwachstellen frühzeitig zu erkennen
  • Compliance-Risiken zu minimieren
  • Kosten im Blick zu behalten
  • Transparenz zu schaffen
  • Prozesse zu steuern und zu optimieren
  • Nachforderungen und Bußgelder zu minimieren
  • valide Entscheidungsgrundlagen für das Management zu bieten
  • Trends im Unternehmen zu analysieren

Darüber schafft ein regelmäßiges Reporting die nötige Transparenz für interne Audits und hilft dabei Zollprüfungen besser vorbereiten zu können.


Was sind Key Performance Indicators (KPI)

Key Performance Indicators, auf Deutsch „Leistungskennzahlen“ oder „Schlüsselkennzahlen“. Sie sind messbare Werte, mit denen der Erfolg oder Fortschritt von Aktivitäten, Prozessen oder Strategien beurteilt wird. Unternehmen nutzen KPIs, um zu erkennen, ob sie ihre Ziele erreichen – beispielsweise im Vertrieb, Marketing, Kundenservice, Produktion oder Controlling.

Sie müssen:

  • zielgerichtet,
  • messbar,
  • und handlungsrelevant sein.

Relevante KPIs für den Außenhandel

Ein durchdachtes KPI-Set ist das Rückgrat jeder erfolgreichen Zoll- und Außenhandelsstrategie. Es ermöglicht nicht nur die Überwachung der operativen Effizienz, sondern auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Die folgenden Kennzahlen haben sich in der Praxis als besonders relevant erwiesen:

  • Durchschnittliche Abwicklungsdauer pro Zollvorgang
    Gesamtzeit von Wareneingang/-ausgang bis zur vollständigen zollrechtlichen Abwicklung – inkl. interner und externer Bearbeitung.
  • First-Time-Right-Quote bei Zollanmeldungen
    Anteil der Zollanmeldungen, die ohne Rückfragen oder Korrekturen akzeptiert werden – Indikator für Datenqualität und Prozesssicherheit.
  • Kosten je Zollanmeldung (intern/extern getrennt)
    Transparente Aufschlüsselung der internen Bearbeitungskosten und externer Dienstleisterkosten pro Vorgang.
  • Lieferverzögerungen durch Zollprozesse (in Tagen/Prozent)
    Anteil der Lieferungen, die aufgrund zollbedingter Verzögerungen nicht termingerecht erfolgen.
  • Durchschnittliche Bearbeitungszeit interner Exportfreigaben
    Zeitspanne von Antrag bis Genehmigung – wichtig für Planbarkeit und Reaktionsfähigkeit.
  • Anteil automatisierter Zollprozesse
    Wie viel Prozent der Zollvorgänge laufen vollständig digital und ohne manuelle Eingriffe?
  • Aktualität und Vollständigkeit von Stammdaten (Produkte, Kunden, Länder)
    Anteil der Datensätze, die den aktuellen regulatorischen Anforderungen entsprechen.
  • Systemverfügbarkeit kritischer Zoll- und Compliance-Tools
    Uptime von Screening-, Klassifizierungs- oder Zollabwicklungssystemen – wichtig für Prozesssicherheit.
  • Teilnahmequote an Pflichtschulungen im Zollbereich
    Anteil der relevanten Mitarbeitenden mit aktueller Schulung – zentral für Compliance.
  • Ergebnisse von Awareness-Checks / Wissenstests
    Durchschnittliches Ergebnis von Tests zur rechtlichen Sensibilisierung – misst Schulungserfolg.
  • Anzahl und Schweregrad interner Compliance-Vorfälle
    Dokumentierte Verstöße oder Verdachtsfälle – kategorisiert nach Risiko und Reaktionszeit.

Reporting-Formate und Inhalte

Effektive KPIs entfalten ihren vollen Wert erst durch ein strukturiertes Reporting. Ohne regelmäßige Auswertung bleiben selbst die besten Kennzahlen wirkungslos – und umgekehrt ist Reporting ohne fundierte KPIs wenig zielführend. Erst das Zusammenspiel schafft die nötige Transparenz, um Prozesse gezielt zu steuern und kontinuierlich zu verbessern.

Typische Reporting-Formate im Zoll- und Außenhandel:

  • Zoll-Dashboard (Echtzeit-Übersicht)
    Visualisierung zentraler KPIs in Echtzeit – z. B. mit Ampellogik, Diagrammen oder Trendanzeigen. Ideal für operative Steuerung und schnelle Reaktionen.
  • Monats- und Quartalsberichte
    Verdichtete Auswertung der KPI-Entwicklung über definierte Zeiträume. Zeigt Trends, Abweichungen und Optimierungspotenziale auf.
  • Compliance-Report
    Dokumentation aller relevanten Prüfungen, Beanstandungen, internen Verdachtsfälle und ergriffenen Maßnahmen – wichtig für interne Audits und Behördenkommunikation.hmen.
  • Kostenanalyse
    Detaillierte Aufschlüsselung aller zollbezogenen Kosten (z. B. Abgaben, Dienstleister, interne Aufwände) zur Budgetkontrolle und Effizienzbewertung.
  • Risikobericht
    Identifikation potenzieller Schwachstellen und Risiken im Zollprozess – inklusive Bewertung und geplanter Gegenmaßnahmen.

Was ist ein Zoll-Dashboard?

Ein Zoll-Dashboard ist ein digitales Steuerungsinstrument, das alle relevanten KPIs im Bereich Zoll und Außenhandel in einer zentralen, übersichtlichen Oberfläche zusammenführt. Es ermöglicht eine schnelle Bewertung der aktuellen Performance, identifiziert Risiken und unterstützt fundierte Entscheidungen – in Echtzeit.

Moderne Zoll-Dashboards sind häufig in Business-Intelligence-Plattformen integriert oder als Module in spezialisierten GTM- (Global Trade Management) oder ERP-Systemen verfügbar. Sie visualisieren Kennzahlen wie Abfertigungszeiten, Fehlerquoten, Kostenentwicklungen oder Compliance-Status auf einen Blick – oft mit interaktiven Diagrammen, Ampellogik oder Drill-Down-Funktionen.

Ein Zoll-Dashboard ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet auch einen echten Mehrwert:

  • Verwandelt Zollprozesse von einem reaktiven Kostenfaktor in ein proaktives Steuerungselement
  • Macht Risiken, Engpässe und Optimierungspotenziale frühzeitig sichtbar
  • Unterstützt Compliance durch transparente Dokumentation und Nachvollziehbarkeit
  • Fördert die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Zoll, Logistik, Einkauf und Compliance

So etablieren Sie ein wirksames KPI-Reporting im Zollbereich

Ein erfolgreiches KPI-Reporting basiert nicht nur auf der Auswahl der richtigen Kennzahlen, sondern auch auf einem strukturierten Vorgehen bei der Umsetzung. Die folgenden Schritte haben sich in der Praxis bewährt:

  • Ziele klar definieren (SMART-Prinzip)
    Formulieren Sie Ihre Ziele spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitlich definiert – z. B. „Reduktion der Zollabfertigungszeit um 15 % innerhalb von 6 Monaten“.
  • Datenquellen identifizieren und anbinden
    Nutzen Sie automatisierte Schnittstellen zu Zoll- und ERP-Systemen, um manuelle Erfassungsaufwände zu vermeiden und Datenqualität sicherzustellen.
  • Reporting-Dashboard aufbauen
    Etablieren Sie ein zentrales Dashboard, das alle relevanten KPIs in Echtzeit visualisiert – idealerweise mit Filterfunktionen, Ampellogik und Drill-Down-Möglichkeiten.
  • Regelmäßige Auswertung und Maßnahmen ableiten
    Führen Sie monatliche oder wöchentliche KPI-Reviews durch, um Abweichungen zu erkennen und gezielte Optimierungsmaßnahmen einzuleiten.
  • Verantwortlichkeiten festlegen
    Definieren Sie klare Zuständigkeiten für jede Kennzahl – sogenannte KPI-Owner (z. B. Zollabwicklung, Compliance, Logistik), die für Pflege, Interpretation und Maßnahmen verantwortlich sind.
  • Kontinuierliche Verbesserung verankern
    Nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse zur Standardisierung von Prozessen, zur Schulung von Mitarbeitenden und zur laufenden Optimierung Ihrer Zollstrategie.

Wer misst, der gewinnt

Zoll- und Außenhandelsprozesse laufen nicht nebenbei – sie verlangen Fachwissen, Sorgfalt und Struktur. KPIs und ein durchdachtes Reporting sind das Fundament für Kontrolle, Optimierung und strategische Weiterentwicklung. Unternehmen, die hier investieren, sichern sich nicht nur Compliance-Vorteile, sondern sparen oft bares Geld.


What gets measured gets managed.“ – nur wer seine Prozesse transparent misst, kann sie langfristig erfolgreich verbessern.

Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.


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ein Unternehmen der Schenker Group

Autor: Dominik Wiedmann - Senior Consultant Training & Beratung

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